bahnerlebnisse

So ab und zu passieren ja immer wieder seltsame Dinge. Wie heute Morgen etwa in der Bahn auf meinem Weg zur Arbeit. Ich hörte gerade in einen Technik Podcast rein, in dem es um die Steuerung von Devices – welche auch immer – durch Sprache ging. Siri, Google Now und was da in Zukunft an möglicherweise wirklich funktionierenden Lösungen noch kommen könnte…

Ich schaute um mich herum, sah unzählige Leute die Touchscreens oder Tastaturen ihrer Smartphones und Handys bedienen – und stellte mir dann vor, wie all diese Leute jetzt mit ihren Devices sprechen würden um sie zu steueren. „Telefon, bitte eine SMS schreiben…“. Und das massenhaft und wild durcheinander. Hat mir sehr gut gefallen, die Vorstellung. Und hat meinen Tag gut beginnen lassen.

War aber noch nicht alles. An diesem Montag wollte der Morgen mich wohl verwöhnen – und damit versöhnen mit dem unerbittlichen Wochenanfang. Kaum hatte sich das innerliche Loslachen über die Vorstellung im Chaos versinkender Sprachsteuerung gelegt, da kam ein neues Highlight in Form eines älteren Herrn auf mich zu. An der Haltestelle eingestiegen, sehr korrekt gekleidet, also zumindest was die Hose mit scharfer Bügelfalte betraf, die klassischen, polierten Halbschuhe, die korrekt gebundene Krawatte, kam er auf mich zu und steuerte den Platz mir gegenüber an. Unter dem Arm eine schwarze Laptoptasche. Setzt sich mir gegenüber, legt seine schwarze Laptoptasche quer auf seine Knie, öffnet sie und zieht ein Laptop aus der Tasche. Nein, kein normales WeißDerGeierWas-Gerät – sondern ein 15 Zoll MacBook Pro mit Retina Display. Öffnet es und fängt an, Eingaben zu machen. Hat meine Neugier geweckt. Definitiv. Hoffentlich, dachte ich, fährt der noch weiter und ich kann gleich an der Tür stehend von hinten einen Blick auf seinen Bildschirm werfen…

Doch, er hat mir den Gefallen getan. Und meinen Tag, wenn auch nicht gerettet, so doch fast unangreifbar gemacht. Er ist sitzen geblieben während ich zum Aussteigen mich an die Tür hinter ihm bewegte. Und so konnte ich sehen, was sich auf seinem Bildschirm so abspielte und worin er so vertieft war. Offensichtlich hatte er Parallels installiert, eine Virtualisierungssoftware und hatte damit ein älteres Windows auf seinem Rechner virtualisiert. Die Titelleiste des Fensters im Vordergund und die Form der Schaltflächen zum Maximieren und Schließen waren etwas aus der Zeit vor Windows XP. Und in dem Fenster lief – Solitär.

Doch, der Tag war gerettet. Das konnte durch nichts mehr übertroffen werden. Ich hätte laut loslachen können, hätte mich auf dem Boden wälzen mögen und ging richtig gut gelaunt dann von der Haltestelle zur Arbeit.