kampffussgänger

Man wünscht sich also mehr Kampfradler. Was bitte? Ja, Kampfradler, richtig gelesen, also Fahradfahrer soll das heißen, die bewußt Verkehrsregeln missachten, um allen zu zeigen: wir Radfahrer werden unterdrückt, missachtet und nicht richtig wahrgenommen…

Mehr Kampfradler? Aber… davon haben wir doch schon genug. Genug Fahrradfahrer, die ganz selbstverständlich den Kampf höchstens mit den Mitbenutzern der Fußgängerwege austragen – auf der Strasse selbst könnte man ja verlieren und den Kürzeren ziehen – und dabei gewinnen. Denen ein Zebrastreifen und dessen Bedeutung ein Fremdwort ist – oder besser eine Angriffszone. Da muss man durch, ohne Rücksicht auf Verluste.

Vielleicht besser: Guerillaradler. Unerwartet und aus dem Nichts kommend und wieder dahin verschwindend. Also übersetzt: Radahrer ohne Licht vorne und und Licht hinten im Winter – also zur Zeit – im Dunkeln in dunkler Kleidung auf schneeglatter Strasse unterwegs. Also nicht nur Kampfradler, sondern eher schon Kamikazeradler.

Kurz zur Klärung: ja, ich fahre Auto: manchmal im Jahr. Ich fahre Fahrrad: des öfteren im Jahr. Und meistens bin ich zu Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Und finde immer wieder: es gibt eine Hackordnung im Verkehr – das Auto, das Fahrrad und ganz zum Schluß alle Fußgänger. Der geforderte Kampfradler aber legt sich in den seltensten Fällen mit den Autos an. Meistens mit den Fußgängern. Da wird ohne Rücksicht auf den Fußwegen gefahren, auf gemeinsam genutzten Wegen werden die Fußgänger als störend empfunden und es wird versucht, sie durch rücksichtsloses Klingeln und mit total überhöhter Geschwindigkeit klein zu kriegen.

Soviel also zu den Kampfradlern. Ich kann sie nicht ab. Ich verachte ihre Rücksichtslosigkeit und ihre Feigheit. Ich verachte ihre Aggressivität und ihre nichts um sie herum wahrnehmende Dummheit. Ich werde zu oft belästigt und genötigt von Kampfradlern, die meinen, alles müsse sich ihnen unterordnen. Ich habe die Nase voll von quer auf den Fußgängerwegen abgestellten Rädern, die mich zwingen, auf die Strasse zu gehen. Ich soll zu oft Rücksicht nehmen auf Radfahrer, die absolut nicht wahrhaben wollen, dass ich gerade über die Strasse gehe: auf dem Zebrastreifen.

Die meisten Kampfradler jedenfalls sind Feiglinge – die kämpfen nur Kämpfe, die sie nicht verlieren können. Kann ich ja sogar nachvollziehen. Denn der Preis ist hoch. Aber doch bitte nicht auf meine Kosten. Sonst werden wir anfangen müssen, uns zu Kampffussgängern zu entwickeln.

lesestörung

Nicht verfügbar

Doch, das ärgert mich schon. Dass ein eBook für mich nicht verfügbar ist, bloß, weil ich in einem anderen Land lebe, das ärgert mich und das stößt auf mein Unverständnis. Da liegt vieles im Argen und da muss mal der Wind of Change durchwirbeln…

Immerhin kann auch ein solches Ärgernis noch ein Gutes haben: ich weiß jetzt endlich, was die gefährlichste Stadt in Europa ist… ;)

irritiert

Doch, der Tag hat mich etwas irritiert zurück gelassen. Obgleich das eigentlich untertrieben ist: etwas irritiert. In Wirklichkeit ist so etwas wie echtes Verstörtsein zurückgeblieben – ein unglaubliches Erstaunen über eine Aussage, die mir heute begegnet ist: Planung hin auf Termine können wir gar nicht machen

Warum? Weil immer alles anders kommt, als wir es planen. Das ist die Antwort. Die allerdings schlechte Antwort darauf. Ich verstehe ja, dass es Bereiche gibt, die nicht wirklich planen können, weil der Gegenstand ihrer Arbeit das Unplanbare ist, der einlaufende Incident, das auftauchende Problem…

Aber das Insistieren auf Planung, das Deliver in Time damit komplett zu verwerfen – das ist doch entweder die Kapitulation vor der Aufgabe, etwas vernünftig zu organisieren, oder der explizite Wille, sich nicht verbindlich festlegen zu wollen. Planung nämlich schafft Verbindlichkeit – und die schränkt Willkür ein.

Wo ich mit der Aussage konfrontiert wurde? Dazu sag ich jetzt mal nichts. Nur soviel, dass in dem Kontext, in dem sie getätigt wurde, man eigentlich die durchgängig knallharte Durchplanung und Terminierung von Aufgaben erwarten würde. Und das hinterlässt bei mir halt Irritation – oder richtiger: Verstörtsein.

morgenstund

Nein, Morgenstund hat nicht immer Gold im Mund. Ich muss heute früh, sehr früh raus, weil Lea auf Klassenfahrt nach Italien fährt. Ski fahren…

Ich warte, lese Tweets und finde jemanden, der vorher darauf hinweist, dass alles, was er tweetet, Satire ist. Satire, die vorher darum bittet, als Satire verstanden zu werden! Irgendwie kommt das nicht gut bei mir heute morgen. Das frühe Aufstehen bekommt mir nur sehr bedingt. Auf jeden Fall leidet meine Bereitschaft, Verständnis zu zeigen, darunter.

nicht ausbalanciert

In gewisser Weise eine Störung, ein Rückfall in eine alte Gewohnheit und darum etwas sehr Befremdliches: mein Leben gerät zwar nicht aus den Fugen, aber verliert deutlich etwas von der Balance, die ich mir in den letzten Monaten erarbeitet hatte. Und von der ich massiv profitiert habe und die mir in allen Bereichen einen Boost an Performance verschafft hat…

Fehlende Balance zwischen privatem und beruflichem Leben und Tun – Achtung: das heißt ja nicht diese strikte Trennung nach Arbeitszeit – stellt sich zur Zeit wieder ein, raubt Zeit und fokussiert das Leben zu stark auf berufliches. Eine Weile kann man damit leben – muss aber dann wieder an der Balance arbeiten.

Zur Zeit darum: zwar nicht ausbalanciert, aber aufmerksam die eigene Situation reflektierend.

geschickt verlieren

Irgendwie kommt mir diese ganze Diskussion um den SPD Kanzlerkandidaten Steinbrück wie ein taktisches Manöver der Partei vor, die Wahl zu verlieren – um in einer Situation, in der man auf die drängenden politischen Fragen keine Antworten hat, nur nicht politische Verantwortung übernehmen zu müssen. Und die Schuld für die Niederlage kann man dann auf die finanzielle Gier eines einzelnen Individuums schieben und dabei hoffen, dass keine Kratzer an dem Image der Partei zurückbleiben.

Gewagt? Ja, aber manchmal kann man nur mit gewagten Hypothesen die absurde Realität begreifen.

lerne deine stadt kennen

Man lernt nie aus. Auch nicht in seiner und über seine unmittelbare Umgebung. Täglich akkumulieren wir mehr Wissen und die Zeit schreitet unbarmherzig voran…

In deiner Stadt...

…und nicht jeder kann dieses Tempo halten. Manche bleiben zurück – und nach kurzer Zeit scheint es, als seien die nicht mitkommenden in der Steinzeit zurückgeblieben…

Und wie jedes Jahr startet jetzt der Endspurt des ablaufenden Jahres – und türmt einen Haufen von Unerledigtem vor einem auf. Fast so, als klammere sich das gehende Jahr an die unerledigten Dinge, um nicht Geschichte zu werden.

selbst verschuldet

Ich bin das nicht gewohnt. Ich habe üblicherweise meinen sehr breitbandigen Internetzugang in Köln und ansonsten einen komfortablen mobilen Zugang, über den ich auch mal mein Tablet oder meinen Laptop anschließen kann…
Und jetzt wieder das: bei meinen Schwiegereltern, etwas außerhalb von Trier, da geht fast nichts mehr. Mein Schwiegervater selbst, obgleich auch im Internet unterwegs, hält nichts von WLAN. Also keine Alternative für mich. Und den Surfstick mit der Karte des alternativen Anbieters, der hier eine deutlich bessere Verbindung zur Verfügung stellt – den hab ich leider liegen lassen. Also ein selbst verschuldetes Elend. Und so lebe ich hier die nächsten Tage mit einer etwas dünnen Edge Verbindung.
Zeigt mir aber vor allem eines: es ist noch ein weiter Weg bis zu einer flächendeckenden Breitbandversorgung.

erstaunlich

Noch nie synchronisiert...

Erstaunlich, wie schnell so was schiefgehen kann. Nicht nur, dass die Synchronisation ständig Schwierigkeiten macht – auch hat sich an der Funktionalität nicht viel geändert. Gut, ich kann jetzt Subtasks anlegen. Aber das war's. Und sehr vieles kann ich immer noch nicht – und offensichtlich manches nicht mehr: etwa Notifications per Mail. Schade, ich habe Wunderlist gerne benutzt, ich fand Wunderkit nicht schlecht, wenn auch noch nicht vollständig durchdacht und permanent, wie jetzt Wunderlist 2, unter Server Problemen leidend. Nach der Wunderkit-Pleite hätte und habe ich etwas mehr erwartet. Etwas mehr an sinnvoller Funktionalität. Nicht viel – denn einfach sollte die Anwendung schon bleiben…

Für mich war es das wohl mit Wunderlist. Die Wunderkinder müssen ganz schön aufpassen, dass sie nicht zu Schmuddelkindern werden. Wäre schade drum.