warten

Seit Wochen jetzt lebe ich nahe an der richtig durchschlagenden Erkältung. Aber sie schlägt halt nicht durch, lässt auf sich warten und ist seit einiger Zeit mal mehr oder mal weniger intensive Drohung. Nervt langsam. Immer mal wieder fühlen, als ob nix mehr ginge, Kopfschmerzen, Halsschmerzen – aber dann wieder Besserung. Ich warte. Warte, dass es mich richtig erwischt und dann dauerhafte Besserung eintritt.

spaziergang

Doch, es ist wieder kälter geworden. Meine Hoffnung trog, na ja, musste ja auch. Denn zu Anfang Februar schon auf so was wie einen verfrühten Frühling zu warten – nein, das kann nicht gutgehen…

Severinsbrücke in Köln...

Und obgleich ich mich an diesem Wochenende etwas mitgenommen fühle, eine in der letzten Woche sich ankündigende Erkältung zwar nicht richtig ausgebrochen ist, doch gleichzeitig immer noch ausreichend Symptome vorhanden sind, musste ich heute raus. Raus und eine Runde durch den Rheinauhafen am Rhein vorbei. Ja, es war zwar kalt, aber optisch hatte der Tag wenigstens zeitweise einen Anflug von Frühling anzubieten. Immerhin auch was…

das erste zwölftel

Doch. Kaum zu glauben, aber wahr. Der Januar 2013 geht jetzt zu Ende. Und damit das erste Zwölftel des Jahres – von dem ich so eigentlich den Eindruck habe, dass es noch gar nicht richtig angefangen hat, noch gar nicht richtig Gestalt angenommen hat und seine Aufgaben sich erst zu formen beginnen.

Dann werde ich also mal bewusster auf die verbleibenden elf schauen… 

ich hab es geahnt

Manche Dinge kündigen sich ganz langsam an. Unmerklich fast, mit vorsichtig platzierten Anzeichen, kleinen Störungen und erstmal kaum identifizierbaren Beschwerden. Wovon ich rede? Erkältungen oder auch grippöse Infekte – was immer das auch genau ist…

Heute morgen hatte ich ein leichtes Brennen in den Augen, dazu ein leichtes Gefühl von Ermattung, das ich aber der Tatsache zuschrieb, schlecht geschlafen zu haben. Über den Tag kam ein leichtes Kratzen im Hals dazu. Das wurde zunächst einmal der trockenen Luft in dem Besprechungsraum zugeschrieben, in dem wir den Tag verbrachten. Und gegen Ende des Tages, während der Rückfahrt von Brüssel nach Köln, kam dann ein leichtes Ziehen im Rücken und ganz leichte Schmerzen in den Knien dazu. Und da fing ich an, zu ahnen…

Zuhause jetzt scheint eine veritable Erkältung daraus zu werden. Alle Symptome haben zugenommen, lassen mich jetzt fast wissen, dass es um mich geschehen ist – aus dem Scheinen wird jetzt ein Sein: krank sein. Erkältet sein. Meine letzte Hoffnung liegt jetzt in zwei Aspirin plus C vor mir. Das hat schon mehrmals wirklich gut und schnell geholfen. und darauf baue ich jetzt.

was will mir das sagen?

Ich habe gestern etwas notiert. Auf die Rückseite des aufgerissenen Briefumschlags geschrieben, der auf dem Tisch neben mir lag. Zwei Wörter. Mehr gekritzelt als geschrieben. Eilig, etwas nebenbei, etwas unkonzentriert auch, weil mir das wichtig erschien – halt notierenswert…

Immer wieder werfe ich heute einen Blick auf auf diese zwei Wörter. Immer wieder versuche ich, sie zu entziffern. Denn: ich kann die Wörter nicht mehr lesen, kann keinen Sinn mehr darin finden und warte auf so etwas wie eine Erleuchtung, die mir ins Bewusstsein bringt, um was es da geht, was mir so wichtig war und was jetzt – dem Notieren zum Trotz – dem Vergessen überlassen zu werden droht…

Nein, der Umschlag wandert jetzt noch nicht zum Altpapier – ich werde ihm morgen noch einmal eine Chance geben.

rückstand

Zur Zeit habe ich das Gefühl, dass ich in Rückstand gerate, zu vielen Dingen hinterherlaufe und vieles Wesentliche zu kurz kommt. Eine Weile hab ich das für Probleme mit dem Abschalten gehalten – tatsächlich ist es aber eher ein Problem mit dem Umschalten, mit dem Switchen von einem Kontext in einen anderen, von dem beruflichen in den privaten…

Das wird zur Zeit auch noch massiv begünstigt von dem starken Interesse an einem Thema – und natürlich umgekehrt auch von dem Interessanten des Themas selbst. Das fesselt: im positiven wie auch im negativen Sinn. Und wie durch dies Gefesselt-Sein auf der einen Seite ein wirkliches Voranschreiten entstehen kann – so auf der anderen Seite ein wirklicher Rückstand, ein Blockiert-Sein fast aller anderen Aktivitäten.

Der Unterschied allerdings: ich merke das schon nach Wochen, wozu ich früher Monate gebraucht habe. Und jetzt geht es darum, den Rückstand wieder aufzuholen.

morgenstund

Nein, Morgenstund hat nicht immer Gold im Mund. Ich muss heute früh, sehr früh raus, weil Lea auf Klassenfahrt nach Italien fährt. Ski fahren…

Ich warte, lese Tweets und finde jemanden, der vorher darauf hinweist, dass alles, was er tweetet, Satire ist. Satire, die vorher darum bittet, als Satire verstanden zu werden! Irgendwie kommt das nicht gut bei mir heute morgen. Das frühe Aufstehen bekommt mir nur sehr bedingt. Auf jeden Fall leidet meine Bereitschaft, Verständnis zu zeigen, darunter.

genug

Es könnte jetzt gut sein. Es war lange genug kalt genug – es kann jetzt von veritablem Winter gesprochen werden. Und das sollte reichen.

Ich muss nicht wirklich noch überzeugt werden, dass der Winter für mich nicht viel taugt: das ist nicht mein Wetter. Aber das wusste ich vorher schon und darum bedarf es dieser Demonstration der Stärke nicht mehr. Ich kann da nur sagen: Genug. Es darf jetzt wieder auf den Frühling zugehen.