friseur

Hatte heute einen Termin. Einen Friseur-Termin. Und das ist immer wieder interessant und unterhaltsam und prickelnd – und nicht zuletzt dann auch überraschend…

Prickelnd und überraschend, weil man ja vorher nie weiß, wie man danach aussieht. Also, jedenfalls nicht immer so ganz genau. Zwar bin ich so richtigen Katastrophen ja bisher entgangen – aber ich erinnere mich an Situationen, in denen ich, vor dem Spiegel sitzend und meine Brille wieder tragend, nach dem Schneiden dachte: Heute wäre ich wohl besser nicht hingegangen.  Aber eben auch das nahezu umgekehrte: Wäre ich doch schon früher hingegangen. Wie auch immer. Heute dachte ich jedenfalls das letztere…

Interessant und unterhaltsam aber auch, weil man doch so manches Gespräch mithört. Klatsch und Unsinniges und Belangloses und FC. Und Leute, denen man ansehen kann, dass sie enttäuscht oder zufrieden in den Spiegel sehen und man dann merkt, dass auch andere Menschen mit ähnlichen Gefühlen wie die eigenen zum Friseur gehen.

höchste zeit

Es wird höchste Zeit für Urlaub. Zeit für Abschalten, Distanz und Wiederaufladen. Zeit für Neues und neue Eindrücke, für neu belebendes jenseits des täglichen Erfahrungshorizonts. Distanz herstellen, um wieder Interesse und Motivation aufbauen zu können. Ideen ruhen lassen, um ihnen die Zeit zu reifen zu geben. Nun gut – nicht mehr lange hin…

metamorphosen

Das Wetter treibt manche Metamorphose voran. Ich kann das zur Zeit jeden Morgen an der Haltestelle beobachten..

Der Sonnyboy im Strandlook, der da links neben mir sitzt, erweist sich bei genauerem Hinsehen als der finstere Rapper, der noch vor wenigen Tagen – immerhin auch schon nicht mehr kalt – mit tief ins Gesicht gezogener Kapuze und finsteren Blick an der Haltestelle wartete…

der kleine grosse unterschied

Ein wirklich enormer Unterschied. Das, was noch vor zehn, sagen wir fünfzehn Jahren möglich war und das was heute möglich ist…

Ich habe im Jahr 2000 meinen Job gewechselt in ein Unternehmen hinein, in dem ein Geschäftsführer zu Linux gesagt haben soll, dass ihm ein solches Mickey Mouse Betriebssystem gar nicht ins Haus käme. Heute ist dort jedes Unix verbannt und neben dem obligatorischen IBM Mainframe und den obligatorischen Windows Servern laufen rund 1500 Linux Maschinen. Der damalige Geschäftsführer ist übrigens nicht mehr im Unternehmen.

Wäre das heute noch denkbar? Noch machbar? Ich befürchte: Nein. Die Veränderungsbereitschaft großer Unternehmen tendiert immer mehr gegen Null…

 

Na, einfach heute...

Nun scheint es ja wieder weißen Rauch gegeben zu haben im Vatikan. Endlich. Ehrlich, ich freue mich. Denn jetzt geht endlich wieder diese Dauer-Nachrichten-Berieselung aus dem Vatikan zu Ende, dieses aufdringliche Mußt-Du-Unbedingt-Wissen Gehabe. Habemus Papam – Gut, und ich damit in dieser Hinsicht wieder meine Ruhe.

ungeliebte wahrheiten

Man fängt etwas an. Man hat bestimmte Vorstellungen von etwas. Man erhofft sich etwas. Man rennt an gegen die Erfahrungen die andere schon gemacht haben. Und hätte es doch schon nachlesen können…

Aber man überliest gerne, blendet aus und versucht, das Nicht-Passende auszublenden. Und stellt sich das Erhoffte nicht schnell genug ein, dann neigt man dazu, alles zu verwerfen.

lernfähigkeit

Jetzt ist sie also gelaufen, die Wahl in Niedersachsen. Anders, als die meisten das in den letzten Tagen gesehen haben. Rössler muss nicht gehen, weil die FDP mal wieder den Sprung in den Landtag geschafft hat. Die Piraten sind nicht drin, weil sie in den Landtagen, in denen sie sitzen, wenig politisches Profil bewiesen haben: die Freiheit des Internet ist eben kein wirkliches Thema, wenn nicht die Freiheit der Menschen und der Gesellschaft im Zentrum steht und daraus die Freiheit alles anderen abgeleitet wird.

Und das heißt eben auch: politische Konzepte müssen auf breiter Front her. Stellung muss bezogen werden zu den brennenden Fragen dieser Gesellschaft. Und ich hoffe jetzt, dass das Ergebnis in Niedersachsen als ein Warnschuss verstanden wird und die restliche Zeit genutzt wird, um sich besser in Position zu bringen für die anstehenden Wahlen. Ansonsten könnte es den Piraten drohen, eine Episode des Jahres 2012 geblieben zu sein, hochgespült von einer breiten Welle der Unzufriedenheit und der Unzufriedenen – aber halt ohne wirkliche Basis. Es wäre schade drum, denn bei den Piraten gibt es eben auch Ansätze, die wir brauchen und die wir zur Zeit in anderen Parteien nicht finden.

Also, bitte etwas Lernfähigkeit beweisen…