vor langer zeit

Vor langer Zeit habe ich auch damit ab und zu kämpfen müssen: deutsche Umlaute oder auch Sonderzeichen wie das »ß« in diversen Texten und Anwendungen…

Problem mit dem Zeichensatz?

In verschiedene Applikationen und protokollspezifische Konfigurationsdirektiven habe ich damals viel Nachforschung und Mühe gesteckt. Aber mittlerweile leben wir im Jahr 2013 und eigentlich sollten ja alle UTF können. Eigentlich…

Tun sie aber doch nicht. Und ich finde heute in einem Posting auf Google+ ein Problem wieder, das ich als erledigt abgehakt hatte. Und dass ich das heute noch erleben kann – das erstaunt und amüsiert mich. Aber Gro?britannien sieht einfach zu blöd aus…

ein trauriger sommer

Ende Juni. Ich schleiche zur Haltestelle. Etwas lustlos. Es ist kalt und es regnet. Kein warmer Sommerregen, eher einer, der an Herbst, ja fast schon an November erinnert. Und so bin ich auch angezogen. Und ich frage mich, ob mir allein so kalt ist.

Angekommen an der Haltestelle kehrt sich mein leiser Selbstzweifel aber wieder in Gewissheit: es ist zu kalt. Das ist nicht nur mein Eindruck, sondern traurige Realität. Da stehen alle in Jacken gehüllt und warten missmutig auf die Bahn. Ein wahrlich trauriger Sommer.

fragmentierung

Niemand will sie – Fragmentierung. Apple zeigt, wie wenig fragmentiert die iOS Landschaft ist, Google bekommt immer wieder gezeigt, wie fragmentiert die Android Landschaft ist…

Also: Fragmentierung ist was Negatives. Und wer weniger fragmentiert ist, der bekommt einen Pluspunkt. Da ist ja auch was dran. Aber schlimmer als diese Fragmentierung scheint mir die immer weiter zunehmende Fragmentierung der Kommunikations-Kanäle zu sein. Was früher ganz einfach mal IRC war, das zerfällt heute in Messaging Dienste, die uns Apple, Google, Twitter, Microsoft, Facebook, WhatsApp und Wer oder Was auch immer uns zur Verfügung stellen. Und das nicht mit zunehmender Kompatibilität of wenigstens möglichen Übergängen in andere Systeme, sondern zunehmend proprietär – so wie Google den Jabber Support in Talk eingestellt hat und die Leute an ihre Hangouts und Google+ binden möchte. Fragmentierung der Kommunikation – das sind Schritte weg von dem einstigen Versprechen des Internets, dass die globale Kommunikation sehr viel einfacher möglich sein werde.

neuland, oder vielleicht doch nicht…

Ein Aufschrei namens #neuland ging heute durch Twitter. Kanzlerin Merkel hat das Internet als Neuland für uns alle bezeichnet…

Das Internet ist für uns alle Neuland.

Na ja, was dann darauf auf Twitter los war, kann man sich denken. Und sofort sind natürlich auch die da, die sie in Schutz nehmen gegen das Spießer-Netz, wie die Süddeutsche Zeitung titelt und uns nach zwanzig Jahren Internet immer noch einreden möchte, dass die allermeisten Menschen sich da erst herantasten. Ein Spießer lässt sich da in gewohnter Verstehermanier über eine Rückständigkeit aus, die vielleicht am Stammtisch in irgendeinem Kuhdorf ihren Platz haben könnte – aber auf keinen Fall auf einer politischen Ebene, wie sie durch Frau Merkel repräsentiert wird und die sich seit einiger Zeit ja schon in Sachen Netzpolitik versucht…

Zukunft ist Neuland für uns – nicht aber etwas , das wir seit mindestens zwei Jahrzehnten kennen, in dem wir uns bewegen und das wir nutzen. Da haben Leute was verpennt – und sollten sich so schnell wie möglich darum kümmern, diese Lücke zu schließen.

ja, das frustet…

Das allerfrustrierendste im Leben ist vielleicht die Erkenntnis, dass jeder Tag, jede Woche, jeder Monat, ja, jedes Jahr sogar – und auch das ganze Leben zu kurz ist, um auch nur einen Bruchteil der wichtigen, guten, interessanten Dinge mitzubekommen. Geschweige denn, sie zu erleben oder zu tun…

Was alles möchte man tun, erleben, beginnen? Und was kann man davon erreichen oder schaffen? Ja, wenig. Also muss man auswählen, sich fokussieren. Nur so bleibt die Möglichkeit, wenigstens etwas davon zu erreichen. Wer zuviel will, der verliert sich in nichts wirklich erreichen zu können.

bahnerlebnisse

So ab und zu passieren ja immer wieder seltsame Dinge. Wie heute Morgen etwa in der Bahn auf meinem Weg zur Arbeit. Ich hörte gerade in einen Technik Podcast rein, in dem es um die Steuerung von Devices – welche auch immer – durch Sprache ging. Siri, Google Now und was da in Zukunft an möglicherweise wirklich funktionierenden Lösungen noch kommen könnte…

Ich schaute um mich herum, sah unzählige Leute die Touchscreens oder Tastaturen ihrer Smartphones und Handys bedienen – und stellte mir dann vor, wie all diese Leute jetzt mit ihren Devices sprechen würden um sie zu steueren. „Telefon, bitte eine SMS schreiben…“. Und das massenhaft und wild durcheinander. Hat mir sehr gut gefallen, die Vorstellung. Und hat meinen Tag gut beginnen lassen.

War aber noch nicht alles. An diesem Montag wollte der Morgen mich wohl verwöhnen – und damit versöhnen mit dem unerbittlichen Wochenanfang. Kaum hatte sich das innerliche Loslachen über die Vorstellung im Chaos versinkender Sprachsteuerung gelegt, da kam ein neues Highlight in Form eines älteren Herrn auf mich zu. An der Haltestelle eingestiegen, sehr korrekt gekleidet, also zumindest was die Hose mit scharfer Bügelfalte betraf, die klassischen, polierten Halbschuhe, die korrekt gebundene Krawatte, kam er auf mich zu und steuerte den Platz mir gegenüber an. Unter dem Arm eine schwarze Laptoptasche. Setzt sich mir gegenüber, legt seine schwarze Laptoptasche quer auf seine Knie, öffnet sie und zieht ein Laptop aus der Tasche. Nein, kein normales WeißDerGeierWas-Gerät – sondern ein 15 Zoll MacBook Pro mit Retina Display. Öffnet es und fängt an, Eingaben zu machen. Hat meine Neugier geweckt. Definitiv. Hoffentlich, dachte ich, fährt der noch weiter und ich kann gleich an der Tür stehend von hinten einen Blick auf seinen Bildschirm werfen…

Doch, er hat mir den Gefallen getan. Und meinen Tag, wenn auch nicht gerettet, so doch fast unangreifbar gemacht. Er ist sitzen geblieben während ich zum Aussteigen mich an die Tür hinter ihm bewegte. Und so konnte ich sehen, was sich auf seinem Bildschirm so abspielte und worin er so vertieft war. Offensichtlich hatte er Parallels installiert, eine Virtualisierungssoftware und hatte damit ein älteres Windows auf seinem Rechner virtualisiert. Die Titelleiste des Fensters im Vordergund und die Form der Schaltflächen zum Maximieren und Schließen waren etwas aus der Zeit vor Windows XP. Und in dem Fenster lief – Solitär.

Doch, der Tag war gerettet. Das konnte durch nichts mehr übertroffen werden. Ich hätte laut loslachen können, hätte mich auf dem Boden wälzen mögen und ging richtig gut gelaunt dann von der Haltestelle zur Arbeit.

no – no bug report please

So kann das auch gehen mit einem Bug Report. Da wird eine Entstellung entfernt (die Transparenz des Gnome Terminals), ein Benutzer meldet das als einen Bug, bittet um einen Fix und erhält die Antwort: No…

So kann das schon mal gehen, aber das Gnome Projekt darf sich nicht wundern, wenn es so seine Benutzer langsam verärgert.

seltsamkeit

Es wirkt auf mich immer sehr seltsam, wenn ich Artikel über Produktivität und Kreativität lese, in denen die verschiedenen Autoren ihre Patentrezepte verraten, um über die Jahre produktiv und kreativ zu bleiben…

Da kommen dann ganz viele verschiedene Einflüsse, Voraussetzungen und Kniffe zusammen: viel Schlaf bei dem einen, wenig Schlaf und früh aufstehen bei dem anderen, heiß duschen oder auch kalt duschen, Sport treiben und was alles sonst noch. Interessanterweise die verschiedensten und auch die widersprüchlichsten Empfehlungen – aber das eigentlich ist gar nicht das wichtigste.

Wichtiger eigentlich die Selbstverständlichkeit, mit der jemand sich dahin stellt und von seiner eigenen Produktivität und Kreativität berichtet. OK, Produktivität mag ja noch an sich selbst einigermaßen festzustellen sein – obgleich ich da manches mal auch den Verdacht habe, als werde da Quantität mit Produktivität verwechselt. Kreativität allerdings an sich selbst beobachten mag dann doch deutlich schwieriger sein. Und auch dabei habe ich oftmals den starken Verdacht, dass das eher quantifizierend gemeint ist: wie der Autor, der sich Kreativität unterstellt weil er jahrelang mehr oder weniger kontinuierlich veröffentlich hat…

Aber auch das ist eigentlich nebensächlich. Das Seltsame daran ist eigentlich das Selbstbewusstsein, das sich in derartigen Artikeln und den darin implizierten Annahmen ausdrückt. Sich über die eigene als gegeben angenommene Kreativität und Produktivität derart selbstverständlich auszulassen, sie derart als gegeben hinzunehmen – vielleicht ist das einer der Schlüssel zu Produktivität und Kreativität.

keep it alive…

Da ist sie jetzt also: die Alternative von Google zu EvernoteGoogle Keep. Nachdem die jetzt Reader einstellen wollen, hat man ja wohl Kapazitäten frei, mal wieder was anderes, sinnvolles zu machen…

Google Keep – alles notieren....

Ob das dann aber wirklich so sinnvoll ist? Hier kann man dazu auch was sinnvolles lesen:

Zum einen gibt es für Google Keep momentan nur eine gruselig bunte Android- sowie Web-Anwendung und zum anderen wäre es nicht das erste Mal, dass Google über Nacht auch recht erfolgreiche Dienste einfach einstellt. Also wieso ‘umziehen’, ein Risiko eingehen, Stress heraufbeschwören und Google noch mehr private Daten schenken, wenn sich Evernote über Jahre hinweg auf allen Plattformen mehr als bewährt hat.

Dem ist soweit nichts hinzuzufügen. Aber vielleicht lebt das ja gar nicht so lange, dass man sich da Gedanken drum machen muss.